Besuch der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf

Eine informative Besichtigung der Landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf erlebten zahlreiche ÖDP-Mitglieder und weitere Besucher, die mit dem Leiter der Landwirtschaftlichen Lehranstalten, Herrn Otto Körner, und der Bezirksrätin, Frau Ingrid Malecha, unterwegs waren.

Die Besucher zeigten sich beeindruckt vom Milchgewinnungszentrum in Triesdorf. Die Milchkühe finden dort ideale Haltungsbedingungen vor, wie sie zunehmend auch in der Praxis Eingang finden, so Herr Körner. Es gehe darum festzustellen, unter welchen Bedingungen sich die Milchkühe besonders wohlfühlen, damit gesünder sind und auch entsprechende Milchleistung bringen. Ab diesem Sommer wird deshalb - für zunächst drei Jahre - die Weidehaltung in Kombination mit einem automatischen Melksystem erprobt.

In der Führung über das Lehrgut durfte das Pomoretum nicht fehlen. Es werden dort über 1.200 verschieden Apfelsorten angebaut. Die Sammlung Triesdorf ist die größte ihrer Art in der Gen-Bank Deutschlands, die von Dresden aus gesteuert wird. Die Besucher konnten sich überzeugen, dass die Landwirtschaftlichen Lehranstalten einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Sortenvielfalt leisten, denn in der Landwirtschaft werden nur noch ca. 30 verschiedene Apfelsorten genutzt.

Eine Besonderheit ist in Triesdorf auch die Ausbildung zum Hüteschafhalter. Dieses Angebot gibt es in keinem anderen Bundesland. Es entscheiden sich allerdings nur wenige junge Menschen für diesen Beruf. Ein Grund ist sicher das schlechte Einkommen eines Schäfers. Dabei ist es ein durchaus wichtiger Beruf, weil sonst Flächen, die nicht mit Maschinen wirtschaftlich zu bearbeiten sind, verbuschen bzw. zuwachsen. Derzeit sieht es aber so aus, dass die bestehenden Schafbetriebe in Bayern weitestgehend erhalten werden können.

Die ÖDP-Gruppe interessierte sich besonders für die ökologischen Aspekte im Bereich der Landwirtschaftlichen Lehranstalten. Erst vor kurzem wurde das Volksbegehren der ÖDP für "Artenvielfalt und Naturschönheit" gestartet und die damit verbundenen Änderungen des Bayerischen Naturschutzgesetzes betreffen auch die Landwirtschaft, erläuterten die Kreisräte Maria Hetzel und Jürgen Schilling. Eines der Ziele des Volksbegehrens ist es, dass 30 % der Landwirtschaftlichen Nutzfläche bis zum Jahr 2030 nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet wird, da dieser schonender für die Artenvielfalt ist. Momentan entscheiden sich ein Drittel der Studierenden in der Landwirtschaft für den Öko-Landbau, informierte Herr Körner. In der praktischen Ausbildung liegt der Anteil allerdings noch unter 10 %. Im Bereich Öko-Landbau nutzen die Landwirtschaftlichen Lehranstalten selbst nur 6-7 ha zu Lehrzwecken, aber es gibt eine Kooperation mit der JVA Lichtenau, die derzeit eine Fläche von 63 ha auf Bioland-Anbau umstellt, ebenso mit dem Müßighof in Absberg. Der konventionelle und der Öko-Landbau können voneinander lernen und sollten im regen Austausch stehen, betonte Herr Körner. Jürgen Schilling sprach auch die Konsumenten an, denn wer die Vorteile des Ökolandbaus für die Natur und Umwelt in Bayern haben will, muss auch bayrische Bioprodukte kaufen.

Das Artensterben, vor allem auch das Bienensterben, ist in Triesdorf ohnehin ein Thema. Es gibt dort eine eigene Imkerei, Fortbildungen für Imker werden angeboten.

 

 


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