11.04.2017

Lungenfisch statt Karpfen?

Pressemitteilung zum Artikel „Wasserreserven werden knapp“, Nürnberger Nachrichten vom 17.03.2017

Die voraussehbaren Probleme bei der Trinkwasserversorgung in Nordbayern müssen endlich deutlich spürbare Konsequenzen nach sich ziehen. Ansonsten werden wir bald nicht nur gezwungen sein, viel Geld für eine ausreichende Wasserversorgung auszugeben.

Eine der Ursachen ist die Überhitzung der Erde, die sich in wärmeren Wintern und fehlenden Niederschlägen ausdrückt. Hier ist es notwendig, alle Treibhausgase zu reduzieren, um dem entgegen zu wirken. Die zweite Folge der Überhitzung sind zunehmende Starkregen. Da rächen sich immer mehr versiegelte Flächen, über die notwendige Feuchtigkeit zu schnell abgeleitet wird.

Aber Finanzminister Söder hat trotzdem das Anbindegebot für neue Gewerbegebiete in Bayerrn gelockert. Das bedeutet noch mehr Zersiedelung der Landschaft und noch mehr Bedrohung der Bewohner in den Bach- und Flusstälern.

Wichtig ist deshalb der Erhalt von unverbauter Landschaft und von landwirtschaftlicher Nutzfläche nicht nur für die Eigenversorgung mit Nahrungsmitteln. Auch als „Rückhaltebecken“ für die Wasserversorgung sind diese Flächen wertvoll und dürfen nicht grenzenlosem Wachstum geopfert werden. Das Streben nach kurzfristigem Gewinn ist hier wie in vielen Bereichen nicht nachhaltig, sondern schafft langfristig nur Probleme, die dann unsere Nachkommen ausbaden dürfen.

Eine ungebremste Klimaerhitzung wird auch kulturelle Eigenheiten Frankens wie die Teichwirtschaft bedrohen. Wer weiß, ob wir uns dann nicht statt von Karpfen von Lungenfischen ernähren dürfen, weil sie die einzigen sind, die in periodischen erwärmten Gewässern überleben können? Wer weiß, ob 2050 noch Störche an Aisch und Rezat, Regnitz und Pegnitz leben, wenn die Feuchtwiesen verschwunden sind? Es liegt in unserer Hand, endlich zu handeln.

Für den ÖDP-Bezirksvorstand Mittelfranken: Bezirksvorsitzender Walter Stadelmann