II, Soziales und Gesundheit

Psychiatrie

Die Bezirke haben die Gesamtverantwortung für die psychiatrische Versorgung in Bayern. Sie sind zuständig für die stationäre und teilstationäre Krankenversorgung sowie für die ambulante und stationäre Eingliederungshilfe.

Die ÖDP fordert den gemeindepsychiatrischen Verbund mit dem Ziel möglichst kurzen stationären Krankenhausaufenthalten und einer optimalen ambulanten Versorgung. Psychisch kranke Menschen müssen den somatisch Kranken gleichgestellt werden.

Für Menschen, die in diesem Bereich Eingliederungshilfe benötigen, ist weiter ein flächendeckendes und leistungsfähiges Versorgungsnetz im Bereich der ambulanten Leistungen aufzubauen. Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen und seine Bedürfnisse passgenau abgedeckt werden.

Alternative Heilmethoden und Naturheilkunde sind zu fördern und in den Bezirkskrankenhäusern als alternativer Behandlungsansatz anzubieten. Arbeitstherapien sind zu unterstützen. Die dezentrale Versorgung in Mittelfranken bleibt mit den drei Standorten Ansbach, Erlangen und Engelthal erhalten.

Kinder- und Jugendpsychiatrie

Ein flächendeckendes Netz an kinder- und jugendpsychiatrischen Einrichtungen ist dringend zu fördern (= Subsidiaritätsprinzip)

Dieses besteht aus einer Vernetzung der Fachambulanzen der kinder- und jugendpsychiatrischen Bezirkskrankenhäuser mit niedergelassenen Kinder - und Jugendpsychiatern und Psychotherapeuten, um Krankenhausaufenthalte möglichst zu verhindern oder zu verkürzen. Nur durch eine konsequente Zusammenarbeit zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie, Schulen, Jugendämtern und Eltern wird optimale ambulante Hilfe möglich.

Aufklärung und Prävention im Bereich von Alkohol und Drogenmissbrauch ist an allen Schulen einzuführen. Junge süchtige und strafrechtlich auffällige Patienten sollen in jugendspezifischen Einrichtungen behandelt werden.

Gerontopsychiatrie (Psychische Erkrankungen im Alter)

Die Zunahme demenzieller Erkrankungen im Alter ist eine wachsende Herausforderung für die Bezirke. Der Bezirk muss Vorreiter einer umfassenden patientengerechten Versorgungsstruktur werden. Dazu gehört auch die Förderung neuer Wohnformen.

Fort- und Weiterbildung im Bereich der Gerontopsychiatrie muss für alle Mitarbeiter der Einrichtungen ermöglicht werden.

Behinderung

Die Umsetzung des UN-Ziels der Inklusion ist eine wichtige Aufgabe des Bezirks sowohl für seine eigenen Betriebe und Einrichtungen wie auch bei der Steuerung von Fördergeldern.

Für Kinder mit Behinderung muss ein besseres Netzwerk der Pflege, Therapie und Ausbildung geschaffen werden. Intensive Förderung von Anfang an ermöglicht einen besseren Start in ein selbständiges Leben.

Menschen mit Behinderung muss ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden. Barrierefreies Bauen in bezirkseigenen und bezirksfinanzierten Gebäuden muss selbstverständlich werden.

Heimaufsicht

Die Heimaufsicht muss in die Zuständigkeit der Bezirksregierung kommen. Die Heimkontrollen müssen kommunal unabhängig durchgeführt werden und mindestens jährlich stattfinden. So können örtliche personelle Überschneidungen von Heimaufsicht und gleichzeitiger Heimträgerschaft vermieden werden.

Pflege

Die ÖDP setzt sich für die gleichberechtigte Förderung alternativer Pflegemodelle in der eigenen Haus-/ Mietwohnung ein. Das Assistenzmodell ist sowohl als Arbeitgebermodell als auch über Pflegedienste realisiert gleichberechtigt zu fördern.

Der Bezirk übernimmt Verantwortung bei der bedarfsgerechten Ausbildung von Pflegekräften.

Pflegeheime

Die ÖDP setzt sich für eine verbesserte bedarfsgerechte, menschenwürdige Pflege in den Heimen ein:

  • Bau, Ausstattung und Personalbesetzung

  • Leistungsgerechte Bezahlung der Mitarbeiter

  • Sicherstellung der Facharzt- und Zahnarztversorgung von Heimbewohnern

Rehabilitation

In den beiden Einrichtungen für neurologische Rehabilitation des Kommunalunternehmens in Ansbach und Erlangen sind weiterhin qualitativ hochwertige Pflege- und Therapieangebote sicher zu stellen.

Wie in den Bezirken Oberbayern und Schwaben ist in Zusammenarbeit mit den beiden weiteren fränkischen Bezirken und den Rententrägern eine Einrichtung zur beruflichen Wiedereingliederung von Schädel-Hirnverletzten und Schlaganfallpatienten zu initiieren und zu unterstützen, um den Bedarf auch in Nordbayern wohnortnah zu decken.

Wohnen

Der Bezirk fördert betreute Wohngruppen (im Alter) und Angebote von alternativen Wohnformen für behinderte Mitbürger.

Ein selbständiges Wohnen mit flankierenden Hilfestellungen und bedarfsgerechter Pflege ermöglichen eine höhere Lebensqualität der Betroffenen. Das Wohnumfeld von geistig behinderten Menschen sollte im Alter möglichst erhalten bleiben.

Niederschwellige Dienste fördern

Wir befürworten die freiwillige Förderung der niederschwelligen Dienste, um Menschen in Notlagen zu erreichen.

Krisendienst Mittelfranken

Die ÖDP Mittelfranken setzt sich dafür ein, dass dieser in Bayern vorbildliche Dienst von der Landesregierung landesweit übernommen wird. Wir lehnen eine Stigmatisierung der Betroffenen ab.

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